Ist Übersäuerung messbar?

“Ja, aber” lautet die etwas unklare Antwort. Der PH Wert ist von jeder Körperflüssigkeit messbar, nur die Relevanz der Aussagekraft ist umstritten. Jede Einmalmessung, sei es aus Blut, aus dem Harn, Speichel oder Schweiß stellt nur eine Momentaufnahme dar.

Der PH Wert des Harns ist zudem so vielen Einflussfaktoren unterlegen, dass dessen Aussagekraft gegen Null geht. Es wird lediglich festgestellt wie viel saure Valenzen über den Harn bei letzten Harnlassen ausgeschieden wurden. Aus einer Einmalmessung des Harn zu sagen ob eine stille oder schleichende Übersäuerung vorliegt ist schlicht und einfach unmöglich und unseriös. Der Harn ist physiologisch leicht angesäuert. Bei Harnwegsinfekten (Bakterien schaffen basisches Milieu) schlägt der PH Wert ins Alkalische um. Allein über die Menge des getrunkenen Wassers kann der relative Säuregehalt des Urins massiv beeinflusst werden. Gratisharnteststreifen sind ein billiger Verkaufstrick.

Die verschiedenen Bluttest sagen etwas über den Säure -Basenstatus des Plasmas und der gesamten Blutregulation aus. Für den Gesamtorganismus kann keine schlüssige Aussage getroffen werden. Belastungs- und Titrationstests lassen Rückschlüsse auf die Puffersysteme zu. Sie haben schon mehr Signifikanz für den Gesamthaushalt. Leider aber stellen auch sie nur eine Momentaufnahme dar. Ein weiterer Nachteil liegt im Preis der Bestimmungen und den komplizierten Messverfahren. Als relativ einfach gilt noch die Bestimmung der Harnsäure.

Ein einfaches Verfahren zur Bestimmung der Gesamtsäurebelastung gibt es noch nicht: Dazu ist die Problematik etwas zu komplex geartet. Unterschiedliche Ansatzpunkte wie z.B. die Bestimmung der oxidativen Stressbelastung geben Hoffnung zu einfachen Verfahren .

Zu empfehlen ist auch die Bestimmung der Spurenelemente aus dem Blut. Hier ergibt sich vor allem aus der Selen-, Zink-, Magnesium- und Calciumbestimmung die Möglichkeit auf den Säure- Basenhaushalt Rückschlüsse zu ziehen.

Ebenfalls sehr hilfreich sind die Bestimmungen von Schwermetallspiegeln. Aus einem erhöhten Schwermetallspiegel kann auf eine chronische Säurebelastung geschlossen werden. Wobei eine Schwermetallbelastung einer Übersäuerung Vorschub leistet.

Zusammengefasst lässt sich eine Übersäuerung ganzheitsmedizinisch nur aus der Kombination einer klinischen Untersuchung, mehreren Laborwerten und einer genauen Befragung wirklich exakt bestimmen. Eine Bewertungsskala ist noch in Ausarbeitung. Aussagen nur von PH Wert Messungen des Urins zu treffen ist schlichtweg abzulehnen.