Gerüchte & Unwahrheiten zum Thema Übersäuerung

Gerüchte und Unwahrheiten zum Thema Übersäuerung

 

1. Übersäuerung ist am PH wert des Urins zu messen.
Dies ist eines der am meisten verbreiteten Gerüchte. Der pH-Wert des Urins soll auf jeden Fall im sauren Bereich liegen, dies schützt das Urogenitalsystem vor Infektionen. Der Urin unterliegt außerdem sehr großen pH- Wert Schwankungen, die von einigen Faktoren abhängig sind: Konzentration des Urins, diversen Infektionen, Nierenfunktion.

2. KorallenKalzium hilft gegen Übersäuerung.
Immer wieder wird diversen Mittelchen basische Wirkung nachgesagt, beziehungsweise werden diese mit Wirkung gegen Übersäuerung beworben. Geriebene Korallen haben definitiv keine gute Wirksamkeit bei Übersäuerung und können auch keine Krankheiten heilen.

3. Mit basischer Ernährung und Gemüsesuppe kann man Übersäuerung wirkungsvoll bekämpfen.
Es wird oft behauptet, dass Übersäuerung rein mit „ basischer“ Ernährung beseitigt, beziehungsweise verhindert werden kann. Das ist ein Irrtum, denn auch ein kataboler Stoffwechsel erzeugt zu viele Säuren, die den Organismus nachhaltig schädigen können. Auch ein Mangel an Mineralstoffen kann bei einseitiger Kost leicht entstehen. Hier sei vor allem auf Risikofaktoren bei Osteoporose verwiesen.

4. Übersäuerung gibt es gar nicht, der Körper hält den Säure-Basen-Haushalt ohnehin im Lot.
Der pH-Wert des Blutes ist nahezu immer konstant zwischen 7,37 und 7,43. Das ist richtig. Beim Begriff Übersäuerung ist jedoch der pH-Wert des Zwischenzellgewebes wichtig. Und gerade hier ist kein Mensch davor gefeit, durch Säuremoleküle attackiert zu werden, auch wenn die Auslöser dafür unterschiedlicher Natur sind.

5. Basenpulver sind ohnehin alle gleich.
Basenpulver ist eigentlich eine geschützte Marke, wurde aber längst zu Gattungsbegriff. Es herrschen große Unterschiede in Qualität und Preis. Auf jeden Fall soll nur zu hochwertigen Marken am besten aus der Apotheke gegriffen werden. Von sogenannten Hausmischungen wird abgeraten. Auch sollte Basenpulver keinesfalls Natrium und viele Füllstoffe beinhalten. Idealerweise soll ein Basenpulver ohne Natrium hergestellt sein, mindestens 700 mg Calcium, 250 mg Magnesium und 400 mg Kalium beinhalten. Selen sollte ebenfalls beigefügt sein.

6. Natriumbicarbonat ( Speisesoda ) hilft gegen Übersäuerung.
Von Speisesoda wird generell abgeraten, da sich die Natriumionen mit den Chlorionen der Magensäure zu Kochsalz verbinden. Und gerade Kochsalz ist sicherlich nicht sinnvoll, denn die Ernährung des durchschnittlichen Mitteleuropäers ist ohnehin schon sehr Kochsalz überladen.

7. Je basischer eine Flüssigkeit ist, umso stärker wirkt Sie gegen Übersäuerung.
Der pH- Wert von gelöstem Basenpulver ist nicht stark basisch. Daher wird sich die Wirkung erst nach Aufnahme im Darm entfalten. Um Magensäure zu neutralisieren kommt auch kein Mensch auf die Idee, basisches Geschirrspülmittel zu trinken.